Liebe Leserin, Lieber Leser,

Gestern träumte ich die Apokalypse. Draußen ging die Welt unter. Ich befand mich im oberen Stockwerk eines Hochhauses und sah, wie die Stadt überflutet wurde. Aus dem Nichts tat sich in den Wassermassen ein Strudel auf und sog wie ein Badewannenabfluss alles in sich hinein. Mir war bewusst, dass ich oben in meiner Wohnung früher oder später mit in den Strudel gerissen würde. Im Traum klingelte es an der Tür. Es war mein Nachbar, der fragte, ob ich noch Klopapier hätte ... In diesem Augenblick wachte ich auf ... Ende Dezember 2011. Es ist die Zeit der Rückblicke, des Revue-passieren-lassens, zumindest bei mir ist das so. Vor allem privat und beruflich. Akutell denke ich oft daran, wie unfassbar viel Arbeit ich in meinen neuen Roman gesteckt habe. Arbeit, die sich finanziell wohl kaum lohnen wird, die aber persönlich in mir unheimlich wichtige Denkprozesse ausgelöst hat.
Dann wieder blicke ich über meinen Tellerrand hinaus und erinnere mich an die politischen Ereignisse des Jahres wie die Revolutionen, Krisenkonflikte und Fukushima und fühle mich unzureichend, weil ich auf diese wirklich weltbewegenden Geschehnisse höchstens mal mit dem Besuch einer Demo reagiert habe.
Mein Traum passt ziemlich gut zu diesem ablaufenden Jahr, finde ich.
Selbst wenn draußen die Welt untergeht, trotzdem denkt der Mensch in erster Linie an so profane Dinge wie Klopapier.