Liebe Leserin, Lieber Leser,

Wie soll ich das Gefühl beschreiben, dass eine Autorin überkommt, wenn sie den Roman, an dem sie zwei Jahre gearbeitet hat, endlich als gedrucktes Buch in den Händen hält? Es ist bereits das sechste Mal, dass ich die Metamorphose vom Manuskript zum Papierbuch miterleben darf, und noch immer ist es alles andere als normal. Natürlich kenne ich seit geraumer Zeit nicht nur den Inhalt, sondern auch das Cover, aber erst durch das Befühlen des Umschlags, durch das Anfassen, erfasse ich die Tatsache richtig, dass aus meiner Idee tatsächlich ein Buch geworden ist. Was ich über lange Zeit in mir getragen habe und was meine Emotionen enorm beeinflusste, ist nun veröffentlicht, d.h. öffentlich zugänglich.
Das ist immer aufregend und ein wenig aufreibend, obwohl sich gleichzeitig die Erleichterung darüber einstellt, weil der stellenweise sehr anstrengende Prozess des Schreibens an einem Endpunkt angelangt ist.
Zumindest für diese eine Geschichte.
Trotzdem kostet es noch Nerven, das Buch in die Welt da draußen ziehen zu lassen. Selbstverständlich bin ich nicht mit meinen Figuren identisch. Aber jedes meiner Bücher behandelt dennoch Themen, die mich als Person ausmachen.
Deshalb sind meine Romane für mich sehr persönlich.
Aus diesem Grund wünsche ich mir auch, dass den Leserinnen und Lesern die Geschichte ebenso ans Herz wächst wie mir.