Liebe Leserin, Lieber Leser,

Bücher sind wie alte Bekannte. Wenn man eine Schriftstellerin ist und zum Freundeskreis Menschen gehören, die ebenfalls schreiben, kann man kaum in einen Buchladen gehen OHNE diesen Bekanntschaften einen Besuch abzustatten. Vielleicht ist es eitel, aber natürlich sehe ich auch nach, ob meine Romane in den Regalen stehen (oft genug nicht, leider). Dafür stehen dort jede Menge Bücher meiner Freundinnen. Und im besten Fall liegen sie in Stapeln aus, damit gleich zugegriffen werden kann. Es ist immer wieder ein überwältigendes Gefühl, wenn ich in irgendeiner Stadt bin, in der ich niemanden kenne, aber dafür sind mir die Autorinnen von Büchern, die es in der örtlichen Buchhandlung zu erwerben gibt, absolut vertraut.
Im Moment treffe ich im Buchhandel:
"Am Hofe der Löwin" von Beate Sauer. "Nichts als Erlösung" von Gisa Klönne. "Der heilige Erwin und die Liebe" von Jasna Mittler und "Bis zum letzten Löffel" von u.a. Ulla Lessmann.
Einmal im Sommer, im Westerwald, kam ich in in einen winzigen Dorfladen, in dem es außer Zeitschriften, Nudelsuppendosen und Trikots des ansässigen Fußballvereins einen einsamen Ständer mit ungefähr zehn Büchern gab. Darunter "Hexengold" meiner Freundin Heidi Rehn.
Seltsamerweise habe ich noch keine meiner Freundinnen in Buchform in der Bahn getroffen. Ich warte darauf, dass mir einmal ein Mensch gegenüber sitzt, der oder die in einem Roman meiner Freundinnen liest. Ich glaube, dann müßte ich ihn oder sie unbedingt darauf anquatschen. Wahrscheinlich würde man mich für eine Verrückte halten. Egal.