Liebe Leserin, Lieber Leser,

Vor ein paar Tagen habe ich das Manuskript von "Morgen bist du noch da" aus dem Feinlektorat zurück erhalten. Jetzt muss ich die Datei dem Verlag zumailen, damit der Roman in den Satz kann. Aber es fällt mir schwer loszulassen. Mein Buch in die fremde Welt hinauszuschicken ist schon ein bisschen so, als lasse ich meine Kinder zum ersten Mal allein auf den Spielplatz über die gefährliche Kreuzung gehen. Wie eine unsichere Mutter stehe ich da: Ist es auch gewappnet genug für die Anfeindungen da draußen? Werden andere erkennen, mit wie viel Liebe es geschrieben worden ist? Werden sie seine inneren Werte sehen können? Bin ich vielleicht einfach nicht objektiv genug gewesen, um die Fehler zu bemerken, die dem Manuskript jetzt noch anhaften?
Klar, der Vergleich mit den Kindern hinkt etwas, schließlich schreit mich das Manuskript nicht an und wirft sich auch nicht auf den Boden, wenn ich es nicht genug beachte oder ihm keine Süßigkeiten kaufe.
Aber es ist doch ein so dermaßen wichtiger Teil von mir, dass die Trennung enorm schwer fällt. Mein Roman muss den Weg zu den Lesern jetzt allein finden.
Seufz!