Liebe Leserin, Lieber Leser,

Wenn Sie meine Notizen auf dieser Seite verfolgt haben, wird Ihnen das ein oder andere Mal sicher aufgefallen sein, wie sehr mein Leben, mein Denken und auch meine Bücher von alten „Sachen“ und von dem Interesse an Geschichte(n) geprägt sind. Diese Faszination kommt nicht von ungefähr. Ich bin in einem Gutshaus aus dem neunzehnten Jahrhundert aufgewachsen - mit einem Speicher, der eine unendliche Weite bot und in einer Ecke versteckte Papiere barg. Solange ich nicht lesen konnte, hielt ich diese vergilbten Dokumente ernsthaft für Zauberformeln. (Entzaubert wurden die Geheimnisse des Speichers in der Grundschule. Ich lernte lesen und konnte nun die Kontoauszüge des Vorbesitzers entziffern, der demzufolge steinreich gewesen sein musste, sich aber laut der Nachbarn in Schaumstoff packte anstelle zu heizen.) Besonders der weit ins Dunkle hinein ragende Gewölbekeller regte meine Fantasie an. Und unser Heizungskeller, der einmal als Luftschutzbunker fungiert hatte. Ich gruselte mich vor den Schatten, der schweren Stahltür mit dem Riegel und ahnte bereits früh die Abgründe des Lebens voraus.
Meine damalige Faszination und der Grusel finden auf Umwegen heute noch Einzug in meine Romane. Es ist immer noch das Dunkle, das mich besonders reizt.