Liebe Leserin, Lieber Leser,

An einem Text zu feilen ist wie handarbeiten. Zunächst halte ich lose Fäden in der Hand, erste Ideen, die ich locker miteinander verwebe. Die Ich-Erzählerin Lio, Künstlerin, die Stoffskulpturen herstellt und sich auf der Suche nach ihrer Familiengeschichte macht. Die Erinnerungen der Mutter. Nach und nach wird dieses Gewebe dichter. Mehr Fäden. Andere Farben. Doch erst wenn der ganze Stoff ausgebreitet vor mir liegt, erkenne ich Löcher. Dann wird gründlich gefilzt, bis alles zusammenhängt und die einzelnen Fäden kaum mehr zu erkennen sind. Die Geschichte steht jetzt fest. So oft bin ich über den Text gegangen. So viele Bilder habe ich wieder und wieder ein- und auch umgearbeitet.
In der Lektoratsphase, in der ich gerade stecke, nehme ich diesen Stoff und besticke ihn, mache ihn somit zu etwas ganz Besonderem, ganz Individuellem. Mal mit so winzig kleinen Stichen, dass sie kaum zu bemerken sind. Dann aber bewege ich die Nadel rasch, beinahe grob, um Tempo und Emotionen zu schaffen.
Am Ende wird ein packender Roman stehen über zwei starke Frauen, deren Leben untrennbar miteinander verwoben sind.

"Morgen bist du noch da" ab Dezember im Handel



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