Liebe Leserin, Lieber Leser,

Ich hatte ja schon erzählt, dass es mir sehr schwer fällt, einen Titel für meine Bücher zu finden. Persönlich bevorzuge ich immer eher die emotionalen Titel, nicht die werbewirksam einprägsamen. Wenn mal wieder eine Titelfindung ansteht, kann ich sicher sein, dass zwei oder drei meiner ersten Ideen bereits als Romantitel existieren. Und dann soll der Titel meiner Ansicht nach möglichst ein Gefühl übermitteln, das wichtig für die Geschichte ist. Puh! Um mich zu inspirieren sehe ich mich gerne mal bei den Kollegen um und finde es ausgesprochen lustig, die deutschen Übersetzungen mit dem Original zu vergleichen. Nehmen Sie das Buch "The Film Club". Hier wurde daraus „Unser allerbestes Jahr“.
Was tatsächlich ein ausgemachter Blödsinn ist, weil es in dem Roman um mehr als drei Jahre einer intensiven Beziehung zwischen Vater und Sohn geht. Die übrigens zusammen Filme ansehen.
"Quand prime le spirituel" von Simone de Beauvoir wurde übersetzt mit "Marcelle, Chantal, Lisa..." Zugegebenermaßen ist das Original im Deutschen zu sperrig, aber die Auflistungen der Frauennamen wird dem Buch, wie ich finde, nicht gerecht. Da wäre etwas Klingenderes schöner gewesen. Natürlich sind die schlichten Titel ungemein praktischer. "Ulysses" bleibt "Ulysses" und "Lolita" "Lolita". Aus meinem simplen "Der Puppensammler" wurde im Niederländischen einfach "De Poppenverzamelaar".
Wie mein neues Buch jetzt heißen wird?
Ich muss Sie noch ein bißchen länger auf die Folter spannen.
In der englischen Übersetzung würde er - vielleicht - "You'll still be there tomorrow" heißen.