Liebe Leserin, Lieber Leser,

sollte mir jemals im Leben eine gute Fee begegnen und ich mehr als einen Wunsch frei haben, würde ich mir wünschen (nach dem obligatorischen Weltfrieden & der Gesundheit für meine Familie), dass sich meine Ideen von ganz allein zu Büchern schreiben. Selbstverständlich zu Büchern, an denen es nichts mehr zu verbessern gibt. Gerade bin ich nämlich mal wieder in der Phase, mein neues Manuskript nach fundierter Kritik gründlich überarbeiten zu müssen. Und ich ärgere mich: Warum habe ich die Fehler nicht schon vorher selber gesehen? Das ist die große Herausforderung beim Schreiben, finde ich: Immer wieder auf Distanz zu dem eigenen Text zu gehen und ihn mit einem fremden Blick zu betrachten.
Zum Glück habe ich Menschen, die mich dabei unterstützen. Aber es ist nicht immer leicht einzusehen, dass eine Szene, die mir doch so viel Spaß beim Schreiben bereitet hat, bei den Test-Lesern nicht besonders gut ankommt. Dann hätschle ich mein lädiertes Ego und schlage mich mit einem Ratschlag herum, den ich anderen – nur in Bezug aufs Schreiben - auch gerne gebe: Kill your darlings!
Rrrraus mit der Szene... Zähneknirschend muss ich hinterher zugeben, dass der Text dadurch besser geworden ist. Tja.
Wenn mir andere sagen, wie beneidenswert sie es finden, dass ich Bücher schreiben kann, fällt mir nur ein, dass das Schreiben an sich nicht das Bewundernswerte ist. Die Fähigkeit, sich von Kritik nicht gleich demotivieren zu lassen, sondern diese einzuordnen und konstruktiv ins Manuskript einarbeiten zu können, das ist es.
Ach, liebe, gute Fee, wenn ich doch noch einen zusätzlichen Wunsch freihätte. Dann würde ich mir ganz, ganz viel Gelassenheit wünschen...