Liebe Leserin, Lieber Leser,

die Resonanz, die ich in den vergangenen Wochen auf meinen Roman hin erhalten habe, berührt mich tief. In Gesprächen und sehr persönlichen Mails haben einige von Ihnen mir mitgeteilt, wie viel Emotionen die Lektüre von „Irgendwie mein Leben“ ausgelöst hat. Ich bin überwältigt von dieser Anteilnahme und Auseinandersetzung mit dem Thema „Tod eines Kindes“. Und traurig über die Schicksale, die Sie teilweise durchleiden mussten. Gerade auch bei älteren Frauen, die vor Jahrzehnten ein Kind verloren haben, kommt während des Lesens von „Irgendwie mein Leben“ oft unerwartet viel Schmerz hoch. Gleichzeitig berichten sie davon, dass es ihnen geholfen hat, die Trauer noch einmal zu durchleben.
Ich merke dadurch, dass meine Generation u. a. durch das Internet (hier sei auf www.maximilianprojekt.com hingewiesen) Möglichkeiten hat, sich über den Verlust und die Trauer in einer Art und Weise auszutauschen, die früheren Generationen nicht zur Verfügung standen.
Aber mein Buch berührt auch, wenn Leserinnen selbst kein Kind verloren haben. Es geht nicht nur um den Abschied von einem verstorbenen Kind. Es geht um den Abschied von der Sehnsucht nach dem Kind, das man nie bekam. Und um das Abschiednehmen von Träumen, was man mit dem Kind, das man bekommen hat, alles hätte erleben können. Träume, die mit diesem Kind nie zu leben waren und sind.
Ihre Resonanz zeigt mir, dass über den Tod eines Kindes lange nicht genug in der Öffentlichkeit geredet wird; dass es immer noch ein Tabuthema ist. Und wie wichtig es ist, so oft wie möglich das Schweigen darüber zu brechen. Es macht mich glücklich, meinen Schmerz und meine Trauer in etwas so Bewegendes umgewandelt zu haben. Danke!