Liebe Leserin, Lieber Leser,

was ist Erfolg? Wie erfolgreich eine Buchautorin ist, wird oft von den Verkaufszahlen abhängig gemacht. Und natürlich kann ich mich von dieser Messlatte auch nicht völlig unbeeindruckt zeigen, schließlich tragen die verkauften Exemplare meiner Romane zum Lebensunterhalt bei. Aber es gibt eine Ebene des Erfolges, die fernab von wirtschaftlichen Aspekten besteht. Ein Erfolg - ohne "reich" zu sein. Ein Verdienst, eine Art Lohn, der nicht materiell zu fassen ist. Wenn mein erster Roman „Mehr zu fürchten als den Tod“ wieder in Schulklassen gelesen wird und für die Schülerinnen und Schüler meine Figuren nicht bloß Charaktere in einem Buch sind, sondern zu lebendigen, selbstständig handelnden Personen werden. Dann bin ich stolz. Wenn ich zutiefst persönliche Mails von Leserinnen erhalte, in denen sie mir schreiben, wie sehr sie "Irgendwie mein Leben" berührt hat, dann spüre ich, dass sich das Schreiben lohnt.

Übrigens laufe ich nicht Gefahr, dass mir der Erfolg einmal zu Kopf steigen könnte. Neulich stand ich mit meinem Sohn vor einem Bücherregal, unmittelbar vor „Irgendwie mein Leben“. „Und?“, fragte ich nach einer kleinen Weile voller freudiger Ungeduld. „Fällt dir denn gar nichts auf?“ Da antwortete er mir in gelangweiltem Tonfall: „Jaha, dein Buch.“ Unsanft schlug ich auf dem Boden der Realität auf – und ging mit meinem Kind ein Eis essen...