Liebe Leserin, lieber Leser,

Er ist da! Mein Roman! Irgendwie mein Leben ist endlich erschienen.
Obwohl jetzt fünf meiner Bücher veröffentlicht sind und mein sechstes Manuskript so gut wie fertig ist, bleibt es aufregend. Ich habe richtiggehend Schmetterlinge im Bauch, wenn ich mit einem Freund (Danke, Sargon!) die Buchhandlung betrete, um mein Buch unter den Neuerscheinungen liegen zu sehen.
Dann halte ich den Atem an. Da! Das ist es! Meins! Meins! Meins!
Am Liebsten würde ich der Frau neben mir zubrüllen: „Das habe ich geschrieben...“
Stattdessen genieße ich. Leise und mit heimlicher Freude.

Diese Aufregung zu empfinden ist wunderbar für mich, denn seit mein erster Roman herausgebracht wurde, sind ein paar Jahre vergangen - und ich habe etliche Illusionen dem Buchmarkt gegenüber verloren.
Damals habe ich ziemlich naiv angefangen zu schreiben, weil ich mir wünschte, dass sich die Perspektive meiner Leserinnen und Leser ein klein wenig verändert hat, wenn sie meine Bücher aus der Hand legen. Ich dachte das, was die meisten Autoren denken, wenn sie ihren Erstling veröffentlicht sehen: Dieses Buch muss einfach wahrgenommen werden, weil es mit so viel Herzblut geschrieben wurde.
Mittlerweile weiß ich, dass der Erfolg eines Buches auch davon abhängt, ob die Autorin ein TV-Promi ist (bin ich nicht), oder es sich mit Katzenfutter, Deosticks oder ähnlichen Produkten cross-promoten lässt (Bestattungsunternehmen vielleicht?).

Aber für wenige Minuten ist all dies unwichtig geworden. Wenn mein Herz so laut pocht, dass man den Herzschlag mit einem Trommelwirbel verwechselt - und ich meinen Roman im Buchladen in den Händen halte.