Liebe Leserin, Lieber Leser

Es gibt viele Geschichten, wie ein Buch entstanden ist. Wie es von der ersten Idee zum fertig gedruckten Buch kam. Die Geschichte eines ganz speziellen Exemplars meines Romans "Morgen bist du noch da" ist eine andere. Der Wunsch nach einem Buch, in dem die Leserinnen Spuren hinterlassen, paarte sich mit der sentimentalen Befürchtung, dass es das Papierbuch eines Tages nicht mehr geben könnte. Und so schickte ich ein Buch auf Lesereise. Wer es las, verewigte sich in individueller Weise darin. Von Lesestation zu Lesestation erwuchs ein kreatives Projekt. Das Buch war in verschiedenen Ländern und sogar in einer Schulklasse. Es wurde von einem Kind verschönert, Leserinnen haben miteinander auf den Seiten kommuniziert, kleine Zeichnungen sind entstanden und und und.

Mit einigen der Teilnehmerinnen stehe ich noch im Austausch. Aber es ist mehr passiert. In dem Roman geht es um Erinnerungen und den Umgang damit. Eine derjenigen, die das Wanderbuch bei sich beherbergt hat, ist tragisch verstorben. Meine Erinnerung an sie bleiben die Spuren, die sie im Buch hinterlassen hat.

Zum Ende der Reise, die ich auf ein Jahr ansetzte, wollte ein Mutter-Tochter-Paar das Buch lesen. Ich war hellauf begeistert, ist der Dreh-und Angelpunkt der Geschichte doch eine ebensolche Beziehung. Als das Buch bei ihnen ankam, erkrankte die Mutter schwer und die Tochter fand nicht den Mut, den Roman zu lesen... Das Leben schreibt seine eigenen Geschichten...

Unter AUTORIN finden Sie Eindrücke von dem kollektiven Lesekunstwerk.